Jugendforum 2015

Vom 31.01. – 01.02.2015 findet in Hamburg ein vom Verband der Studierenden aus Kurdistan (YXK) und Freund*innen organsiertes Jugendforum zum Demokratischer Konföderalismus und der kurdischen Freiheitsbewegung statt. Aufbauend auf der im November 2013 abgehaltenen Jugendkonferenz mit dem Titel “Die Lösung der kurdischen Frage und die Demokratisierung der Türkei” sollen im Jugendforum Debatten weitergeführt werden und Perspektiven für eine neue internationalistische Praxis entwickelt werden. Das Forum richtet sich vor allem an Gruppen und Personen aus dem nordeutschen Raum.

Geplant sind Workshops und Vorträge zu:
Demokratischer Konförderalismus, Geschlechterfrage in Kurdistan und kurdische Frauenbewegung, Rojava-Revolution, Neuer Internationalismus

Wir laden Alle dazu ein, am Jugendforum teilzunehmen und freuen uns auf euch! Das fertige Programm und Informationen zum Ablauf findet ihr so bald wie möglich auf unserem Blog. Falls ihr Fragen habt oder für das Wochenende einen Schlafplatz in Hamburg braucht, könnt ihr uns unter jugendforum2015 [at] riseup.net kontaktieren.

Kontakt Jugendforum

Kontakt zur Vorbereitungsgruppe: jugendforum2015 ( at ) riseup.net

Örtlichkeit der Konferenz: Universität Hamburg, Fachbereich Sozialökönomie, Von-Melle-Park 9, 20146 Hamburg

Resolution der Jugendkonferenz

Am 9. und 10. November sind wir als VertreterInnen verschiedener internationalistischer demokratisch-fortschrittlicher Jugendorganisationen in Hannover zur Jugendkonferenz „Die Lösung der kurdischen Frage und die Demokratisierung der Türkei“ zusammengekommen.

In drei Themenblöcken mit einer Vielzahl von Workshops wurde über das Paradigma der kurdischen Freiheitsbewegung, den Demokratischen Konföderalismus, und die Lösung der kurdischen Frage , die Perspektiven für eine Demokratisierung der gesamten Türkei sowie Antworten von Jugendorganisationen in der BRD auf diese gesellschaftliche Probleme und Ansätze eines gemeinsamen Widerstandes gegen den Kapitalismus, Rassismus, Faschismus und das Patriarchat, diskutiert.

In den Diskussionen hat sich die Notwendigkeit des Abhaltens solcher Plattformen zum gegenseitigen Austausch jugendlicher Organisationen gezeigt. Als Konsens aus dem Diskussionsprozesses ist hervorgegangen, dass wir
1.die Aufhebung des Verbots der PKK fordern und in diesem Rahmen den Aufruf der Tatort-Kurdistan-Kampagne „Friedensprozess unterstützen – PKK-Verbot aufheben“ zur bundesweiten Demonstration in Berlin am 16. November unterstützen,
2.eine gemeinsame Delegation zu den Newroz-Feierlichkeiten nach Kurdistan senden, um den dortigen Widerstand der Jugend kennen zu lernen und den Wahlkampf der HDP bzw. BDP für die Kommunalwahlen 2014 zu unterstützen, und
3.dieses Zusammenkommen mit einer weiteren Konferenz mit dem Ziel einer noch breiteren Teilnahme von Jugendorganisationen im nächsten Jahr fortsetzten werden.

(Hier die Resolution als pdf: Resolution der Jugendkonferenz)

PM der TYO vom 13.11.13

Die Tamil Youth Organisation Germany hatte die große Ehre, als eine von 14 demokratischen Jugendorganisationen, Mitveranstalter der ersten Jugendkonferenz am 09.-10.11.2013 in Hannover zu sein. Die Konferenz wurde durch die YXK-Hannover, einer Ortsgruppe des kurdischen Studierendenverbandes, initiiert. Die Versammlung befasste sich mit der Lösung der kurdischen Frage und der Demokratisierung der Türkei. Dafür wurde die Konferenz thematisch in drei Hauptthemen gegliedert: 1. Lösung der kurdischen Frage: Demokratischer Konföderalismus, 2. Demokratisierung der Türkei – eine neue Türkei, 3. Antworten von Jugend (-Organisationen) in der BRD.
Die Vorträge und besonders die anschließenden Workshops gaben uns viele Möglichkeiten sich über die Parallelen und Erfahrungen der tamilischen sowie kurdischen Diasporagruppen auszutauschen. Die Gemeinsamkeit beruhte nicht nur darauf, dass beide eine unterdrückte ethnische Nation in einem Land darstellen, das unter ständigen Repressionen leidet, sondern auch im Verlauf der Freiheitsbewegungen konnte man Parallelen feststellen.
Die Ähnlichkeiten fangen schon beim autoritären Staatsapparat an. Beide Staaten – Türkei und Sri Lanka – geben vor, ein demokratischer Staat zu sein. Jedoch lässt sich bei genauerem Hinsehen schnell eine Scheindemokratie feststellen. Der Umgang mit unabhängigen Medien, politischen Gefangenen, die Missachtung von Menschenrechten und die fehlende Pressefreiheit sind nur wenige Punkte einer langen Liste. Die radikale Assimilationspolitik, die die Kultur, Sprache und Identität dieser Menschen nach und nach eliminieren soll, ist Teil des hetzerischen Chauvinismus beider Staaten. In der Türkei scheuten sich selbst regierungsnahe Kreise in Politik und Medien nicht, einen Vergleich zu ziehen. Im Jahre 2011 wurde von einer „tamilischen Lösung“ als Antwort auf die Kurdenfrage gesprochen. Diese „tamilische Lösung“ beinhaltet eine radikale, brutale und blutig militärische Zerschlagung der Aufstände, wie ihn das Staatsoberhaupt von Sri Lanka Mahinda Rajapaksa gegen die Tamilen in Sri Lanka anwandte. Allein in der Endphase des Krieges (September 2008 – Mai 2009) wurden laut UN-Angaben über 70.000 Menschen getötet. Dieser systematische Völkermord wurde von der srilankischen Regierung trotz Beweise bis heute verleugnet. Analoge Verleugnungsstrategien benutzt auch die AKP-Regierung in der Türkei.
Die Hinhalte-Taktiken beider Regierungen während der Friedensverhandlungen folgen demselben Muster. Aber auch die internationalen Akteure reagierten in beiden Fällen sehr ähnlich und drückten sowohl der tamilischen als auch der kurdischen Friedensbewegung den Stempel des Terrorismus auf. LTTE und PKK wurden auf die Terrorliste gesetzt. Somit wurden beiden Parteien die Handlungsfähigkeit auf politischer Ebene entrissen. Friedensgespräche unter den jeweils rivalisierenden Parteien können zu keinem Zeitpunkt zwischen gleichgestellten Akteuren stattfinden.
Durch die weltweite Kriminalisierung der Freiheitsbewegungen sind Aktivisten beider Bewegungen ständigen Repressalien und Druck ausgesetzt. Eine weitere Parallele ist, dass Aktivisten beider Gemeinschaften innerhalb von wenigen Monaten in Frankreich ermordet wurden. Drei kurdische Aktivistinnen in Paris wurden auf brutaler Art und Weise im Januar 2013 getötet. Ein ähnliches Schicksal erlitten die Tamilen, als im November 2012 ein politischer Aktivist auf offener Straße erschossen wird. In beiden Fällen äußerten die Medien Verdacht, dass die Geheimdienste der türkischen und srilankischen Regierung in diesem Mord verwickelt seien. Bis heute jedoch bleiben die Fälle unaufgeklärt.
Die aufgeführten Ereignisse sind nur einige Beispiele, die die Parallelen aufzeigen. Aus diesem Grund ist eine gemeinsame Solidarität unverzichtbar, denn beide Gruppen können sich gegenseitig unterstützen, Erfahrungen und das Leid teilen. Gemeinsame Aktionen können die Aufmerksamkeit der internationalen Gemeinschaft auf die Missstände lenken, um ein freies Leben der kurdischen und tamilischen Mitmenschen zu ermöglichen.
Die Konferenz gab uns Mut und Inspiration, um gemeinsam mit allen engagierten Jugendorganisationen für eine freie und lebenswerte Welt zu kämpfen. Wir freuen uns auf weitere gemeinsame Projekte und Konferenzen.

Mit solidarischen Grüßen
Tamil Youth Organisation Germany

Hier die TYO-PM zum Download als pdf:
PM der TYO zur Jugendkonferenz

Programm der Konferenz als pdf

Eine endgültige Fassung des Programms der Konferenz steht jetzt auch zum Download oder Drucken als pdf-Version bereit:

Programm der Jugendkonferenz